Markt für Glas, Keramik, Porzellan stabilisiert sich bei 7,1 Milliarden Euro – Wachstumsperspektiven bis 2030

Der GPK-Markt hat sich 2025 stabilisiert. Dr Generationenwandel verändert die Nachfrage und klassische Tischkultur verliert weiter an Gewicht zugunsten funktionaler Sortimente. Perspektivisch etabliert sich wieder leichtes Wachstum bis 2030. Hoffnungsträger bleibt insbesondere die Gastronomie.

Nach zwei Jahren rückläufiger Umsätze zeigt sich der Markt für Glas, Porzellan und Keramik (GPK) 2025 stabil: Mit einem Volumen von 7,1 Milliarden Euro verharrt er auf dem Niveau des Vorjahres – ohne weiteres Minus, jedoch auch ohne Wachstum. Gleichzeitig ist das Preisniveau in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Treiber waren dabei nicht nur die erhöhte Nachfrage während der Pandemie, sondern insbesondere externe Faktoren: Die Energiekrise verteuerte die Herstellung energieintensiver Produkte wie Glas und Keramik spürbar. Zudem führten Nachholeffekte im B2B-Geschäft – etwa infolge der Wiedereröffnung von Hotellerie und Gastronomie – zu zusätzlicher Nachfrage. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle „Branchenbericht GPK/Hausrat“ von IFH KÖLN und BBE Handelsberatung.

„Die aktuelle Stabilisierung darf nicht als Entwarnung missverstanden werden. Der Markt bleibt strukturell unter Druck – Konsumzurückhaltung, veränderte Nutzungsgewohnheiten und steigende Kosten erfordern weiterhin klare strategische Antworten seitens Handel und Industrie. Wer jetzt nicht für Differenzierung sorgt, wird es im anziehenden Wettbewerb schwer haben“, erläutert Dr. Johannes Berentzen​, Geschäftsführender Gesellschafter der BBE Handelsberatung.

Vom Statussymbol zur Funktion: Generationenwandel verändert die Nachfrage

Ein Blick auf die Warengruppen offenbart unterschiedliche Entwicklungen: Cucina (Schneidwaren, Koch-, Brat- und Backgeschirr, sonstige Haushaltsartikel wie Waagen und Messbecher) behauptet sich weiterhin als umsatzstärkster Bereich mit einem Anteil von 45 Prozent, während im Jahr 2025 ausschließlich die Warengruppe Domus (Zierporzellan/Keramik, Tonwaren, Ziergegenstäne/Geschenkartikel) Zuwächse von 1,8 Prozent verzeichnet. Besonders unter Druck steht hingegen Tavola, die klassische Tischkultur rund um Glas, Geschirr, Besteck und Servierprodukte. Der Bereich verliert weiter an Bedeutung und sinkt um 0,5 Prozent auf ein Marktvolumen von rund 1,6 Milliarden Euro.

„Produkte des GPK-Marktes unterliegen nicht nur Trends, sondern auch einem generationellen Wandel. Während früher ein vollständiges Geschirr zur Grundausstattung und Ausdruck eines gewissen sozialen Status gehörte, stehen heute Funktionalität, Platzersparnis und Preis im Vordergrund. Die Bedürfnisse jüngerer Generationen sind hier grundverschieden“, so Christoph Lamsfuß, Senior Projektmanager am IFH KÖLN.

Prognose: Moderates Wachstum bis 2030 erwartet

Trotz anhaltender Konsumzurückhaltung gehen die Marktexpert:innen davon aus, dass der GPK-Markt ab 2026 wieder moderat wächst. Bis 2030 könnte das Marktvolumen in der mittleren Prognosevariante – bei Fortschreibung der aktuellen Trendentwicklungen – auf rund 7,5 Milliarden Euro steigen. Hoffnungsträger bleibt insbesondere die Gastronomie: Die beschlossene Mehrwertsteuersenkung schafft Freiräume für Investitionen in Ausstattung und Einrichtung.

Über die Studie

Der „Branchenbericht GPK|Hausrat“, Jahrgang 2026, des IFH KÖLN in Zusammenarbeit mit der BBE Handelsberatung zeigt die zentralen Entwicklungen des deutschen GPK- und Hausrat-Marktes auf. Die Studie bietet detaillierte Ergebnisse zu Marktvolumen, Teilmärkten und Vertriebsstrukturen, ergänzt um eine bevölkerungsrepräsentative Konsumentenbefragung sowie eine Marktprognose bis 2030. Sie umfasst unter anderem folgende Inhalte:

  • Marktvolumen auf Endverbraucherebene 2016 bis 2025
  • Analyse der Teilmärkte 2016 bis 2025
  • Vertriebswegeprofile, Vertriebsstrukturen 2016 bis 2025
  • Marktprognose 2026 bis 2030

Die komplette Studie kann im Shop des IFH KÖLN erworben werden.

IFH KÖLN GmbH

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